Hoffnung
- Thema:
- Veröffentlichte Texte
- Erstellt am
- 01.01.2022
- Autor:
- Tatjana Carpino Satz
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Der Apostel Paulus von Tarsus lebte ungefähr von 10 vor bis 60 n. Chr. und er sagt: Beim Glaube halten wir fest an dem, worauf wir hoffen – wir sind überzeugt von Dingen, die nicht sichtbar sind (vgl. 1Kor13,7).
Die Pandemie hat vielerlei Überzeugungen zu Unsichtbarem hervorgerufen. Ja, oftmals wurden öffentliche Diskussionen zu Glaubensfra-gen und dann fast schon zu Glaubenskriegen mit verhärteten Fronten. Es müsste nicht so sein… wir können das besser, hoffe ich.
Paulus sagt, zuerst sind wir überzeugt, dann vertrauen wir in etwas. Die wichtige Grundfrage dabei scheint mir: Sind unsere Überzeugungen aus der Liebe für Gott, für das Leben und für alle oder aus einer Angst heraus entstanden? Führen sie also zu mehr Wohlwollen, Hilfe und Frieden – oder zu mehr Trennungen, Streit, Gewalt?
Das sind nämlich die beiden Geister, die es zu unterscheiden gibt: Der Geist, der zusammenführt und alle zum Leben und zu Gott (dem Einen) führt und der Geist, der trennt und zum Tod führt. Menschen können diese beiden Geister wohl unterscheiden; ihnen bleibt aber die freie Wahl, auch jenen Geist zu wählen, der das Verderben bringt und sich dabei selbst zu belügen, dass sie etwas Gutes tun. Wer diese Falle vermeiden möchte, kann im Alltag bewusster darauf achten, aus welchem Geist wir jeweils handeln, denken oder hoffen.
Ich lade Sie ein, bei Ihren allfälligen Hoffnungen, z.B. fürs Jahr 2022, für Ihre Lieben, für sich selbst oder für das Leben nach dem Tod zu über-prüfen: Aus welchem Geist nähren sich diese? Sind es Vorfreude oder Vertrauen? Sind es Ängste und Befürchtungen?
Wenn es die Angst ist, übergeben Sie sie vertrauensvoll unserem Gott, der uns durch Jesus sagt: "Kommt zu mir, ihr alle,die ihr euch abmüht und belastet seid! Ich will euch Ruhe schenken. Nehmt das Joch auf euch, das ich euch gebe. Lernt von mir: Ich meine es gut mit euch und sehe auf niemanden herab. Dann werden eure Seelen Ruhe finden. Denn mein Joch ist leicht. Und was ich euch zu tragen gebe, ist keine Last." (Mat 11,28-30)
Angst begleitet uns durch diese Zeit der Pandemie. Angst ist leider der Gegenspieler der Liebe und der Freude und des Friedens. Es ist daher wichtig für uns alle, wieder Vertrauen zu haben in Gott und die ‚Enge‘ oder die Starre loszuwerden, welche die Angst mit sich bringt.
Auf meinem Pult erinnert mich Tag für Tag ein neuer Bibelvers vom Kalender an unsere wunderbare Einbindung in Gottes Geschichte mit uns Menschen. Wenn ich irgendwann zu ihm zurückkehre, werde ich die ganze Geschichte erkennen (vgl. 1Kor 13,12), das ist meine Hoff-nung. Und Ihre?
Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes neues Jahr mit viel Freude!
Pfarrerin Tatjana Carpino Satz im Januar 2022
Dieser Artikel erschien für die Kirchgemeinde Thunstetten im "Chileblatt" Januar 2022. Links vom Text war eine offene Bibel zu sehen, aus der Lichtstrahlen nach oben ausgingen.