Neubeginn
- Thema:
- Veröffentlichte Texte
- Erstellt am
- 01.12.2020
- Autor:
- Tatjana Carpino Satz

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Der Lauf der Gestirne eröffnet uns, wie klein wir im Kosmos sind, in dieser schmucken Ordnung, in der die unterschiedlichsten Himmelskörper ihre Bahnen fliegen. Menschen zeigten schon vor Tausenden von Jahren eine Neigung, die Gestirne anbeten zu wollen.
Besonders die Sonne oder den Mond. Eine kleine Nation in der Levante stiess Sonne, Mond und Sterne von ihrem Götzen-Thron und degradierte sie zu Zeit-Anzeigern. Fortan (Gen 1) sollten sie nur noch helfen, Orientierung zu finden im Lauf der Zeit: Tag und Nacht, Monate und Jahre sollten sie anzeigen. Denn: Gott der Schöpfer ist allein Gott.
Die Sternenbeobachter konnten Symbolisches aus den Gestirnen lesen: Sie verstanden es, das Schicksal von Völkern und Regenten zu verknüpfen mit dem, was sie am Himmelszelt beobachteten. Im Fall der Geburt von Jesus sollte ihnen die Geschichte Recht geben: Sie sagten die Geburt eines neuen Königs an im Reich der Juden. Sie lagen damit richtig und sie lagen falsch: Aufgrund ihres bisherigen Wissens erwarteten sie nämlich einen weltlichen Königssohn. Sie ahnten nicht, dass das Reich dieses Königs ein geistliches, ewiges Reich sein würde; ein Reich des inneren und äusseren Friedens (Schalom).
Was wir heute wissen, ist, dass Millionen von Menschen auf der Erde in diesem damals Neugeborenen ihren Herrn erkennen, der sie beschützt und durch ein teils hartes Leben begleitet; der ihnen so viel Freude im Herzen schenkt, den Schalom, dass sie selbst zu leuchten beginnen für andere Menschen. Das ist Sein Geschenk an uns, weil wir Gott wichtig sind, so klein wir auch sein mögen.
Wir feiern mit dem ersten Advent (29.11.2020) den Beginn des neuen Kirchenjahres. Die Adventszeit ist wie die Morgenröte, welche die aufgehende Sonne ankündigt, wie der Bauch einer Schwangeren, der das kommende Leben ankündigt. Mit der Geburt des Jesus beginnt symbolisch ein neuer Tag für die Menschheit und für den Einzelnen auch. Noch ist der Nachthimmel über uns, noch regiert uns viel Angst.
Aber am Horizont kündigt sich das erfreuliche Neue, kündigt sich der neue klare Tag an: Eine Welt, wo Lüge, Feindschaft, und andere Kinder der Angst nicht mehr das Sagen haben und uns nicht mehr lähmen. Es hat bereits angefangen. Vor etwas mehr als 2020 Jahren und mit jedem Menschen, der auf Gott vertraut und sich von ihm zum Guten in der ganzen Welt leiten lässt.
Frohe und gesegnete Weihnachten!
Ihre Pfarrerin Tatjana Carpino Satz
Dieser Artikel erschien für die Kirchgemeinde Thunstetten im "Chileblatt" Dezember 2020. (C) Foto: David Satz "Ostermorgen in Thunstetten 2020".